Auftaktveranstaltung zu “Schutzinseln im Markt Rimpar”

Am 6. Juli 2021 fand die Auftaktveranstaltung für die Installation von Schutzinseln im Markt Rimpar statt. Die Schutzinseln starten als gemeinsames Projekt des Marktes Rimpar mit der Gemeindejugendarbeit und dem KiJuRim (Förderverein Kinder- und Jugendarbeit im Markt Rimpar e.V.) mit dem Hort Tintenklecks sowie der Wasserwacht Rimpar.

Eingeladen via Brief wurden 108 Betriebe, Firmen und Einrichtungen in den 3 Ortsteilen Gramschatz, Maidbronn und Rimpar.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung haben sich 9 Betriebe als Schutzinsel zur Verfügung gestellt.

1. Bürgermeister Bernhard Weidner als Schirmherr der Schutzinseln eröffnete den Abend und begrüßte die anwesenden interessierten Gäste.

Gemeindejugendarbeiter Lutz Dieter ging stellvertretend für die Mitorganisatoren kurz auf den verteilten Flyer und das bereits im Einladungsbrief sowie auf allen Sozialen Medien und in Rimpar Aktuell beschriebene Ziel der Schutzinseln ein. Etwas ausführlicher wurden die Erwartungen der Organisatoren an die teilnehmenden Betriebe von ihm beschrieben. Der Aufkleber „Hier sind wir sicher – Markt Rimpar Schutzinsel!“ ist möglichst sichtbar im Eingangsbereich von Firmen, Praxen, Geschäften oder in Hauseingängen anzubringen und soll Kindern, die sich in Not befinden, ermutigen, um Hilfe nachzufragen.

Kinder, die um Hilfe bitten, befinden sich in für sie außergewöhnlichen Situationen. Sie haben sich verlaufen, den Bus verpasst, fühlen sich von anderen gehänselt oder gar bedroht. Vielleicht ist es auch nur ein streunender Hund, vor dem sie sich fürchten oder bei ihrem Fahrrad ist die Kette abgesprungen, bzw. der Reifen platt. Manche Kinder sind selbstbewusst und fragen gezielt nach Hilfe, andere weinen vielleicht und wissen nicht wie es weitergeht. Man muss kein Pädagoge sein, um in solchen Situationen angemessen zu handeln, ein wenig gesunder Menschenverstand reicht meist völlig aus.

Einige Dinge sollten von den Mitwirkenden jedoch beachtet werden:

1. Das Kind muss in solch einer Situation wahrgenommen werden. Gerade in größeren Betrieben/Ge-schäften fallen Kinder, die in Not sind, vielleicht nicht direkt auf. Vorsichtiges Nachfragen „Alles in Ordnung?“, „Kommst Du alleine zu Recht?“ oder „Kann ich dir helfen?“ schaffen Klarheit und sorgen für einen ersten Kontakt.

2. Im Zweifelsfall ist behutsame Zurückhaltung mit vorsichtigem Nachfragen hilfreicher als ein zu dynamisches und überfürsorgliches Verhalten.

3. Auch noch so kleine Probleme aus Erwachsenensicht können bei Kindern eine große und belastende Bedeutung haben. Nehmen Sie das Kind ernst und drücken Sie das auch aus: „Ich kann verstehen, dass du jetzt weinst…“, statt „Ach hör auf zu weinen, das ist doch gar nicht so schlimm…“

4. Nehmen Sie ein Kind nicht direkt in den Arm, auch wenn es weint. Eine vorsichtige Frage, ob das Kind das möchte, schafft hier Vertrauen.

5. Manche Situation klärt sich schon durch Zuhören oder gemeinsames Abwarten.

6. Fragen Sie, ob das Kind selbst eine Lösung im Kopf hat: „Wie kann ich dir helfen?“, „Kann ich etwas für dich tun?“

7. Erster Ansprechpartner für weitere Hilfe sind meist die Eltern, aber nicht in jedem Fall. Auch hier helfen Fragen an das Kind weiter. Wenn das Kind nicht nach Hause möchte, sind vielleicht die Großeltern geeignete Ansprechpartner. Haben Sie das Gefühl, es handelt sich um einen größeren Konflikt, erhalten Sie beim Kinderschutz des Jugendamtes geeignete Unterstützung. Im Einzelfall kann auch die Polizei weiterhelfen.

Gemeindejugendarbeiter Lutz Dieter wird zeitnah eine Telefonliste mit möglichen Ansprechpartnern außerhalb des Eltern-/Großelternhauses erstellen und diese den teilnehmenden Betrieben zukommen lassen.

Zudem verweist er auf die JugendApp des Marktes Rimpar, welche bereits in der Demo-Version funktionstüchtig ist und auch regelmäßig mit Informationen, Terminen und einigem mehr gefüllt wird. In dieser JugendApp wird es eine Karte mit allen Schutzinseln geben. Hier können die Kinder die naheliegendste Schutzinsel finden, indem sie auf die entsprechende „Nadel“ drücken und dort die Adresse und bei Betrieben, Praxen usw. die aktuellen Öffnungszeiten finden. Hier werden alle Teilnehmenden gebeten möglichst zeitnah an lutz.dieter@rimpar.de mindestens ihre Adresse und Öffnungszeiten zu melden. Falls sie weitere Daten in dieser Mail benennen werden auch diese an ihrem Standort hinterlegt. Zudem wird Lutz Dieter in der JugendApp einen nach DSGVO sicheren Chatraum für die Teilnehmenden einrichten, um hier allgemeine und für alle interessante Fragen stellen zu können und diese zu beantworten. Wenn Interesse an diesem Chatraum besteht wird um das Zusenden der bevorzugten Handynummer und dem Namen mit Nennung des Betriebes, der Einrichtung usw. gebeten.

Falls Sie als Betrieb, Einrichtung oder Firma noch eine Schutzinsel werden möchten melden Sie sich bitte via Mail -lutz.dieter@rimpar.de – oder WhatsApp – 0151-55052460 – bei Lutz Dieter. Wir freuen uns über ihre Teilnahme an den Schutzinseln.

1. Bürgermeister Bernhard Weidner dankte allen Anwesenden für ihr Kommen und bei den Organisatoren für ihr Engagement. Er hofft mit allen Teilnehmenden, dass die Schutzinseln in unserer Marktgemeinde möglichst wenig gebraucht werden. Aber allein durch ihre Unterstützung und Bereitstellung als Schutzinsel stellen sie ein präventives Hilfsangebot für Kinder in Not dar. Diese Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen unserer Marktgemeinde ist vorbildhaft und verdient unser aller Respekt.

Gez. Lutz Dieter, Gemeindejugendarbeit Markt Rimpar, im Namen aller Mitorganisatoren

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